Sehr geehrter Eisenbahnfreund,
leider hat sich die DB nicht an die Absprachen gehalten, die am 15.01.2004 zwischen dem Vorstand der DB, Klaus Daubertshäuser, und mir getroffen wurden.
Für einen Eigentumsübergang der Dampflok 18 201 an Dampf-Plus stellte Herr Dauberthäuser bereits in seinem Schreiben vom 26.11.2003 die Bedingung, dass weiterhin hauptsächlich das Hallenser Stammpersonal auf der Maschine zum Einsatz kommen müsse. Nachdem dies auch meine „Bedingung“ war, wurden wir uns über diesen Punkt sehr schnell einig. Das Gesprächsprotokoll blieb beiderseitig unwidersprochen. Somit hatte ich keinerlei Anlass an der Umsetzung des Beschlusses eines DB Vorstandes zu zweifeln.
Als es jedoch zur vertraglichen Umsetzung dieses Protokollpunktes kommen sollte, hieß es letztendlich in einem Brief vom 01.11.2004 von Herrn Mehdorn an Dampf-Plus:
„Eine Regelung zur Personalgestellung war nicht Bestandteil dieser Vereinbarung.“
Die in der Vergangenheit problemlos praktizierte Überlassung des Stammpersonals gegen Stundensatzberechnung wird nun seitens der DB sogar verweigert.
DB-Vorstand Klaus Daubertshäuser wollte sich selbst zu seinen Zusagen und Versprechen mir gegenüber nicht mehr äußern, sondern versteckt sich seitdem hinter der DB Rechtsabteilung.
Somit konnte Dampf-Plus diese schöne, betriebsfähige Lok zuletzt nicht mehr einsetzen. Da es aber keinen Sinn macht, eine mit eigenen Mitteln aufwändig restaurierte Lok nicht fahren zu lassen, soll die 18 201 eine neue Heimat bekommen.
Seit Januar 2005 wurde nun zusätzlich bekannt, dass die Dampflok 18 201 sogar unter Denkmalschutz der Stadt Halle/Saale steht und lt. Denkmalamt nach jeder Fahrt wieder an ihren Heimatbahnhof zurückkehren muß.
Die DB hatte von diesem eng gefassten Denkmalschutz nachweislich Kenntnis und hat dies beim Eigentumsübergang an Dampf-Plus verschwiegen. Dabei hat die DB gegen das gültige Gesetz verstoßen und Dampf-Plus einen großen Schaden zugefügt.
Von jedem seriösen Unternehmen erwartet man, dass ein angerichteter Schaden an dem eigenen Geschäftspartner und Kunden, versucht wird, wieder gut zu machen.
Gesprächsangebote zur Lösung der Angelegenheit kamen aber bisher nicht von der DB, sondern vor mir! Erstaunlicher Weise wurde jedoch jedes meiner Gesprächsangebote von der DB abgelehnt ("kein Gesprächsbedarf").
Über den Umgangsstil des Managements einer zukünftigen börsennotierten Firma mit ihrem eigenen Geschäftspartner und Kunden kann sich wohl jeder sein eigenes Bild machen.
Ich bedauere diese Entwicklung sehr !
Einem von Dampf-Plus beantragten Änderungsbescheid des Denkmalschutzes wurde nun am 26.01.2006 offiziell stattgegeben.
18 201 kann nun dauerhaft den Standort Halle sanktionsfrei verlassen. Damit ist die Möglichkeit wieder gegeben, die Lok an Charterkunden zu vermieten.
Obwohl Dampf-Plus die Lok selbst nicht mehr einsetzen kann, da alle Mitarbeiter außer mir selbst gekündigt werden mussten, bemühe ich mich sehr, nun neues Personal für die Lok zu finden und ausbilden zu lassen. Die Lok hat nun wieder eine Zukunftschance in Deutschland und wird wieder oft vor interessanten Sonderzügen zu sehen sein. Nach wie vor ist jedoch ein Verkauf der Lok geplant.
Trotzdem ist der wirtschaftliche Schaden, für Dampf-Plus, durch Nichtnennung des Denkmalschutzes im Kaufvertrag durch die DB AG, nicht beseitigt. Eine Klage gegen die DB AG in Millionen Höhe ist daher in Vorbereitung.
Über die weitere Entwicklung im Streit um 18 201 werde ich Sie auf der dampfplus Homepage zeitnah und umfassend informieren !
Christian Goldschagg (Geschäftsführer der Dampf-Plus GmbH)
P.S.: Die bisher über Dampf-Plus vermarkteten sonstigen Fahrzeuge (Dampflok 52 8079 und Wagen) können ab sofort beim Eigentümer direkt angemietet werden. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:
Goldschagg Vermietungen Moosglöckchenweg 10 80995 München Tel.: 089-15887111 Fax: 089-15887790 Mail: christian.goldschagg@t-online.de
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